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November 27, 1992

The Chancellor's [Helmut Kohl's] Meeting with Yugoslav Prime Minister Milan Panic on Thursday, 26 November 1992

AL 2                                                                                                                        Bonn, den 27. November 1992

V e r m e r k

Betr.: Gespräch des Herrn Bundeskanzlers mit dem Ministerpräsidenten der Republik Jugoslawien, Milan Panic, am Donnerstag, 26. November 1992[1]

 

MP Panic bedankt sich eingangs für die Bereitschaft des Herrn Bundeskanzlers, ihn zu empfangen.

Der Bundeskanzler erwidert, es werde ein schwieriges Gespräch werden. Man solle sehr offen miteinander reden.

MP Panic fährt fort, er sei kein Politiker und auch erst 16 Monate im Amt. Er wolle Frieden schaffen und den Bundeskanzler fragen, wie man Frieden schaffen könne.

Der Bundeskanzler erklärt, er wolle zunächst klarstellen, daß es in Deutschland keinerlei Ressentiments gegen das serbische Volk gebe. Wir hätten mit den Menschen dort eine komplizierte Geschichte. Deutschland habe auch nicht die Absicht, die Frage der Pariser Vorortverträge aufzurollen. Es gehe uns in keiner Weise darum, Einflußzonen zu schaffen. Schließlich solle man nicht vergessen, daß seit vielen Jahren rund 800.000 Bürger aus dem früheren Jugoslawien bei uns lebten.

Die jetzige Lage in Jugoslawien sei äußerst schwierig und vor dem Hintergrund des europäischen Einigungsprozesses besonders schlimm.

Der EG werde der Vorwurf gemacht, daß sie in Jugoslawien nichts tue. Täglich erreichten die Menschen schlimme Nachrichten und Bilder.

Deutschland beanspruche in Bezug auf das frühere Jugoslawien keine Sonderrolle, sondern bewege sich im Rahmen der Politik des Westen" und der EG. Wir hätten allerdings große Zweifel, daß die Dinge sich besserten, auch wenn MP Panic behaupte, daß er dies schaffen könne.

Natürlich hoffen wir, daß der Ministerpräsident Erfolg habe, aber er wisse selber, wieviele schwierige Fragen es gebe.

MP Panic erwidert, er kenne die Fragen und Probleme - was er brauche, seien Lösungen. Er erhalte allerdings keine Hilfe, um die Probleme lösen zu können. Er sei dafür, den Krieg sofort zu beenden. Hierfür brauche er die Unterstützung des Bundeskanzlers, der nur zu sagen brauche: "Panic hat recht, beendet den Krieg!".

Er habe in London Friedensvorschläge gemacht, aber keine Unterstützung bekommen. Stattdessen laufe die Diskussion über den Krieg weiter, die vor allem von den Medien verstärkt werde, ja, es gebe Medien wie CNN, die lebten geradezu vom Krieg.

Der Bundeskanzler erklärt, die Frage sei, welche Bedingungen die serbische Führung erfüllen müsse, damit es zum Frieden komme. Dabei gehe es beispielweise um die Anerkennung von Bosnien-Herzegowina als unabhängigem Staat, aber auch um die Frage, was die serbische Führung tue, um auf die serbischen Kräfte in Bosnien-Herzegowina einzuwirken.

Der Bundeskanzler verweist in diesem Zusammenhang auf die Berichte über die systematischen Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen.

MP Panic erklärt, man könne den Krieg stoppen. Er sei Amerikaner und wisse, was Demokratie sei. Er habe schon als Partisan gegen die Kommunisten gekämpft. Er wisse auch, was es bedeute, Flüchtling zu sein. Der Bundeskanzler müsse den Deutschen sagen, daß es teuer sei, erfolgreich zu sein.

Der Bundeskanzler wirft ein, die Fragen, die sich stellten, seien beispielsweise, wann der Vertreibungsfeldzug aufhöre, wann dem Treiben der Tschetniks Einhalt geboten werde und ob man von der Vision eines Groß-Serbiens Abschied nehme.

MP Panic wirft ein, er sei gegen ein Groß-Serbien.

Der Bundeskanzler stellt die Frage, ob er mit dieser Position Erfolg habe.

MP Panic erwidert, er sei erfolgreich. Er habe sich mit Tudjman getroffen und den Austausch von Kriegsgefangenen ausgehandelt.

Der Bundeskanzler fragt, wie es um den Vance-Plan stehe und ob dieser verwirklicht werde.

MP Panic erwidert, der Vance-Plan werde blockiert. Es gebe in Bosnien-Herzegowina kriegerische und friedliche Kräfte. Deren Ziele ließen sich nicht verwirklichen. Die Grenzen würden verschwinden. Die Flüchtlinge müßten zurück.

Der Bundeskanzler erklärt, MP Panic könne Unterstützung erhalten, wenn der Prozeß überzeugend sei. Jedermann in Belgrad müsse erkennen, daß es keine westliche und insbesondere auch keine deutsche Hilfe geben werde, wenn die entsprechenden Voraussetzungen nicht klar erfüllt würden.

Dies sei das stärkste Argument, das der Ministerpräsident zu Hause verwenden könne.

MP Panic erwidert, erst müsse man Frieden haben. Der Bundeskanzler müsse die Kräfte des Friedens unterstützen. Es gebe solche Kräfte in Belgrad. Daneben gebe es natürlich die Kräfte des Nationalismus, gegen die er täglich ankämpfe.

Dies sei der Grund dafür, daß man zweimal versucht habe, ihn aus dem Amt zu vertreiben. Jedermann wisse, daß er für den Frieden eintrete und gegen eine gewaltsame Änderung der Grenzen sei.

Die "ethnischen Säuberungen" seien eine Schande. Damit aber die Menschen zurückkehrten, brauche man Zusicherungen. Die könne er nicht allein geben. Hierfür brauche er die Unterstützung aller Länder.

Im übrigen seien die Kriegshandlungen in den letzten 100 Tagen deutlich zurückgegangen. Beispielsweise werde heute nicht mehr in Kroatien gekämpft. Gleichzeitig verhandele er über die Anerkennung Kroatiens. Slowenien habe er bereits anerkannt. Er werde auch Mazedonien die Anerkennung anbieten.

Er habe im Kosovo schwierige Probleme zu lösen. Der Bundeskanzler könne ihm helfen, indem er die Kosovo-Albaner auffordere, sich an den Wahlen zu beteiligen. Wenn sie dies täten, brauche man kein Militär mehr.

Er selber wolle nur im Amt bleiben, bis Frieden und Demokratie herrschten. Er habe große Probleme mit den serbischen Nationalisten im Kosovo. Wenn die Albaner zur Wahl kämen, schwäche das zugleich die Stellung der Nationalisten.

Der Bundeskanzler fragt nach der Haltung von Milosevic.

MP Panic erklärt, zwischen ihm und Milosevic.

krache es ständig. Er zieht ein Papier mit Umfrageergebnissen heraus und erklärt, diese Ergebnisse zeigten deutlich, daß die Mehrheit gegen Milosevic sei.

Der Bundeskanzler stellt die Frage, ob Panic in der Auseinandersetzung mit Milosevic eine Chance habe.

MP Panic erwidert, die Umfrageergebnisse zeigten dies deutlich. Er benötige allerdings mehr Unterstützung des Westens. Er sei es gewesen, der Milosevic dazu gebracht habe, vorzeitigen Wahlen zuzustimmen. Dies bereue Milosevic jetzt.

MP Panic wiederholt, er brauche Unterstützung, erhalte aber keine.

Ein demokratisches Jugoslawien könne den Frieden im ganzen Balkan sichern. Er sei bereit, alle anzuerkennen.

Der Bundeskanzler erklärt, die Fakten sprächen doch dagegen, daß die serbische Führung das mitmache. Würden beispielsweise Milosevic und die Militärs ein Wahlergebnis anerkennen, wie es dem von MP Panic erläutern Umfrageergebnis entspreche?

MP Panic erwidert, er sei doch auch Verteidigungsminister. Die meisten Militärs stünden hinter ihm, aber alle wollten den Frieden.

Der Bundeskanzler erwidert, wenn das so sei, könne man ja rasch zu positiven Ergebnissen kommen.

MP Panic erklärt, es könne allerdings sein, daß er nicht gewinne, weil man ihn nicht unterstütze. Milosevic verfüge über die größeren Mittel und insbesondere die Kontrolle über die Medien. Er selber werde von diesen als Spion des Westens bezeichnet.

Der Bundeskanzler erklärt, MP Panic habe doch ein starkes Argument auf seiner Seite, nämlich daß bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen die Sanktionen gegen Serbien wegfallen würden. Wir könnten uns nicht vorstellen, daß das serbische Volk mit den entsetzlichen Greueln des Krieges einverstanden sei.

MP Panic erklärt, er selber kandidiere wahrscheinlich nicht bei den Wahlen, sondern versuche, über seine Kandidaten die Zusammensetzung des Parlaments zu ändern. Derzeit habe er dort mehrheitlich radikale Nationalisten und Sozialisten gegen sich.

Für ihn würde es eine große Hilfe bedeuten, wenn der Bundeskanzler öffentlich erkläre, daß er zur Unterstützung bereit sei, wenn Panic die Wahlen gewinne.

Der Bundeskanzler erklärt, das Thema Jugoslawien werde auf dem bevorstehenden ER in Edinburgh auf der Tagesordnung stehen. Dort könne man noch einmal eine klare Botschaft verabschieden, die die Voraussetzungen für einen Frieden aufzählten. Entscheidend bleibe aber, daß man in Serbien selbst handele.

MP Panic erklärt, das serbische Volk mache leider nur die Erfahrung, daß die Sanktionen verschärft würden, was ihm persönlich als Versagen angekreidet werde. Das Gefühl mache sich breit, daß die ganze Welt und auch die Deutschen gegen Serbien seien. Dies schweiße die Menschen zusammen und stärke Milosevic.

Milosevic behaupte, daß die ganze Welt und insbesondere die Deutschen Krieg wollten und daß er für den Frieden sei. Er befinde sich in der schwierigen Lage, ohne Hilfe des Westens allein gegen Milosevic kämpfen zu müssen.

Der Bundeskanzler erklärt, es genüge, wenn MP Panic deutlich mache, daß bei einer Wahl von keine Milosevic westliche Unterstützung zu erwarten sei.

MP Panic wirft ein, es sei besser, wenn der Bundeskanzler das selber sage.

Der Bundeskanzler fährt fort, man könne möglicherweise in einer Erklärung auf dem ER in Edinburgh die Richtung deutlich machen.

MP Panic fährt fort, man solle sagen, daß die Demokratie gewinnen müsse. Die Alternative dazu sei ein Krieg in ganz Jugoslawien.

In Jugoslawien gebe es derzeit 500.000 Flüchtlinge. Es wäre daher gut, wenn in der Erklärung auch humanitäre Hilfe zugesagt würde.

Der Bundeskanzler weist darauf hin, daß wir bereits in erheblichem Umfang humanitäre Hilfe leisteten.

MP Panic erklärt, das wisse er und habe es auch schon öffentlich gesagt.

Im übrigen schlage er vor, daß der Bundeskanzler mit Vance Kontakt aufnehme, mit dem er gelegentlich zusammentreffe.

Der Bundeskanzler zitiert aus dem Brief des Präsidenten des DRK, in dem dieser darauf hinweist, daß er bei seinem Besuch im ehemaligen Jugoslawien auf der Reise von Karlovac nach Bihac durch serbische Polizei und paramilitärische Truppen behindert wurde.

MP Panic erwidert, dies seien Orte in Bosnien-Herzegowina - der Fehler sei gewesen, diese Staaten anzuerkennen. Er habe mit diesen Dingen als Ministerpräsident von Jugoslawien nichts zu tun. Bei diesen Leuten handele es sich um Serben aus der Kraina und aus Bosnien-Herzegowina.

Was die Kraina angehe, so sei dies Sache von Tudjman. Er schlage daher vor, daß der Bundeskanzler dies Tudjman sage.

Der Bundeskanzler erklärt er habe Tudjman seine Auffassung mehrfach klar erläutert. Wenn Tudjman ein Groß-Kroatien wolle, verliere er jede Unterstützung.

MP Panic erklärt, er wolle so schnell wie möglich eine Wirtschaftsgemeinschaft auf dem gesamten Balkan errichten.

Im übrigen werde immer so getan, als seien die Serben schlecht und die Moslems gut.

Der Bundeskanzler wirf ein, es sei ja wohl nicht zu bestreiten, wer die Sache begonnen habe.

MP Panic fragt, ob dies so wichtig sei. Man solle jetzt Frieden machen. Später werde man die Verantwortlichen bestrafen.

Der Bundeskanzler erklärt, es gehe jetzt um die Lage der Menschen und darum, daß es zu immer schlimmeren Zerstörungen komme. Damit würden zugleich die Kosten des Wiederaufbaus immer höher.

MP Panic erwidert, dem könne er nur zustimmen. Er verstehe die Position des Bundeskanzlers. Es werde aber zugleich immer deutlicher, daß wichtige europäische Politiker wie beispielsweise Mitterrand und Felipe Gonzalez ihre Position änderten.

Ihm gehe es um eine konstruktive Unterstützung. So sei es beispielsweise erfreulich, daß Deutschland 25 Eisenbahnwaggons für die Flüchtlinge zur Verfügung stelle. Man brauche aber auch Experten, die die Kraftwerke wieder in Gang setzten. Vor allem benötige er internationale Wahlbeobachter, die mindestens einen Monat vor Ort seien. Er brauche schließlich einen Wirtschaftsplan, der die Rückkehr der Flüchtlinge ermögliche.

Der Bundeskanzler erklärt, er glaube nicht, daß die Flüchtlinge aus Jugoslawien beispielsweise in Deutschland bleiben wollten. Ihr Interesse sei zurückzukehren,

MP Panic wirft ein, er brauche vor allem Baumaterial, wie beispielsweise Zement und Nägel.

Der Bundeskanzler erklärt, dies sei jetzt nicht das Problem. Das Schießen und der Krieg müßten aufhören. Wenn dies der Fall sei, würden die Leute zurückkehren und auch Unterstützung erhalten.

MP Panic erklärt, er habe gestern viele Stunden mit Vance und Owen gesprochen. Das Problem sei, daß die EG und Deutschland nicht bereit seien, sein Land anzuerkennen.

Er fordere den Bundeskanzler auf, Jugoslawien anzuerkennen. Dann werde er selbst gute Muskeln haben.

Der Bundeskanzler erklärt, zuerst müsse Jugoslawien die von ihm genannten Voraussetzungen erfüllen.

MP Panic erklärt, er frage sich, wie er Frieden machen solle, wenn er nicht anerkannt werde. Der Bundeskanzler helfe ihm nicht.

Der Bundeskanzler erklärt, die Dinge lägen genau umgekehrt. Man brauche zunächst eine Lage, die zum Frieden führe.

MP Panic erwidert, es gebe bereits 75% weniger Kämpfe. Hierfür beanspruche er Kredit. Die Straßen nach Goradze und Sarajewo seien jetzt offen. Es gebe keinen Artilleriebeschuß auf Sarajewo mehr. Dies sei das Ergebnis der Bemühungen von Owen, Vance und ihm. Dies müsse man doch anerkennen.

Die Kämpfe seien praktisch auf kleinere Bereiche in Bosnien und Herzegowina beschränkt.

Der Bundeskanzler erklärt, die Serben hätten inzwischen weite Teile von Bosnien und Herzegowina erobert.

MP Panic erwidert, die eroberten Gebiete müßten zurückgegeben werden.

Der Bundeskanzler erklärt, das glaube nur niemand.

MP Panic erklärt, der Bundeskanzler müsse ihm glauben; auch Jesus Christus habe niemand geglaubt. Er sei kein Nationalist und wolle auch kein Politiker werden. Er wolle dem Bundeskanzler helfen, Frieden zu machen.

Der Bundeskanzler erwidert, es gehe nicht um den Frieden hier, sondern um den Frieden in Jugoslawien. Man werde sich in Edinburgh mit der Lage befassen. Er sei dann auch gespannt, was Mitterand dort sage. Er kenne im Augenblick niemanden, der dafür plädiere, die jetzige Politik aufzugeben.

MP Panic erklärt, der Bundeskanzler müsse die Politik ändern, sonst komme es zu einem Krieg in ganz Jugoslawien. Er, Panic, sei die einzige Hoffnung für den Frieden. Es gebe niemanden sonst.

Der Bundeskanzler erklärt, niemand habe etwas gegen den Ministerpräsidenten. Wir sähen uns allerdings der Politik von Milosevic und seinen Leuten gegenüber. Jeder, der für Demokratie, Frieden und Menschenrechte in Jugoslawien eintrete, habe unsere Unterstützung. Aber bis jetzt hätten sich die Dinge nicht verändert. Man werde in Edinburgh noch einmal ganz klar über die Voraussetzungen sprechen, die erfüllt werden müßten. So lange es keine Veränderungen in der Sache gebe, könne man auch die Politik nicht ändern.

Man könne möglicherweise in Edinburgh eine Botschaft verabschieden, die auch auf die bevorstehenden Wahlen Bezug nehme. Zugleich werde er sich auch dafür einsetzen, daß Owen in Edinburgh einen Bericht über die Lage abgebe. Danach könne Owen nach Belgrad fahren und dort die Botschaft des ER erläutern.

MP Panic erklärt, damit sei er einverstanden. Noch schöner wäre es, wenn der Bundeskanzler dies heute schon öffentlich erkläre.

Schließlich habe er die Wahlen angesetzt, was doch ein guter Schritt sei.

Der Bundeskanzler erklärt, dies sei nicht das Problem, sondern die Tatsache, daß die meisten Voraussagen von einem Sieg Milosevics ausgingen. Er habe aber nichts dagegen, wenn MP Panic vor der Presse erkläre, daß der Bundeskanzler für den Fall, daß Serbien die genannten Voraussetzungen erfülle, sich für die Aufhebung der Sanktionen einsetzen werde. Zu den

Voraussetzungen gehöre u.a. die Anerkennung von Bosnien-Herzegowina als einem unabhängigem Staat und die Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien.

MP Panic fährt aufbrausend dazwischen, er könne Bosnien-Herzegowina nicht schaffen.

Der Bundeskanzler erwidert, es gehe um die Anerkennung.

MP Panic lehnt sich zurück und erklärt, dies werde er tun und auch heute noch sagen.

Der Bundeskanzler erklärt, entscheidend sei, daß die Bedingungen erfüllt würden und wenn Owen in Edinburgh berichten könne, daß die Dinge sich gebessert hätten, werde dies auch seine Wirkung tun. Wir seien nicht an einer katastrophalen Entwicklung interessiert. Das, was sich jetzt in Jugoslawien abspiele, gleiche einem Krebsgeschwür.

MP Panic erklärt, er werde - für den Bundeskanzler - den Krebs wegoperieren.

Der Bundeskanzler übergibt MP Panic einen Brief der CDU/CSU-Fraktion und bittet darum, denselben zu beantworten.

MP Panic erklärt, er sei für den Frieden, aber man müsse ihm helfen. Er wolle noch einmal die Frage nach Wahlbeobachtern stellen.

Der Bundeskanzler erklärt, er werde sich um diese Frage kümmern.

MP Panic erklärt, es wäre wichtig, wenn die kroatischen Truppen Bosnien-Herzegowina verließen. Dies würde die Lage stabilisieren und außerdem müßten die Serben die eroberten Gebiete zurückgeben.

(Dr. Hartmann)

 

[1] BArch, B 136/59736, 254-263.

[Editor’s note: This document was also published, in the German original, in Andreas Wirsching, Hélène Miard-Delacroix, and Gregor Schöllgen, eds., Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1992 (Berlin; Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2023),  https://doi.org/10.1515/9783110985986.]

Head of Department 2                                                                                                   Bonn, 27 November 1992

 

M e m o r a n d u m

 

Subject: The Chancellor's Meeting with Yugoslav Prime Minister Milan Panic on Thursday, 26 November 1992[1]

 

PM Panic thanks the Chancellor for his readiness to receive him.

The Chancellor replies that this would be a difficult conversation. They should discuss this openly with each other.

PM Panic continues, saying that he was not a politician. He was only 16 months in office and wanted to build peace, asking the Chancellor for the right way.

The Chancellor says that, first, he wanted to emphasize that the Germans did not have any kind of resentments against the Serbian people. We had a complicated history with the people of the region. Germany did not have the intention to bring up the question of the Paris Suburb Contracts. This was by no means about the creation of zone of influence. After all, one must not forget that 800,000 people from former Yugoslavia had been living peacefully in our state for years.

The current situation in Yugoslavia was especially difficult and tragic against the background of the European integration process.

The EC was confronted with the accusation that it did nothing in Yugoslavia. We were confronted with horrific news and images on a daily basis.

Regarding former Yugoslavia, Germany did not claim a special role, but operated within the boundaries of Western and EC policies. We great doubts that things were improving, although PM Panic claimed that he would be able to achieve this. We were certainly hoping for the Prime Minister’s success, though he himself knew of the multitude of difficult questions.

PM Panic replies that he knew the question and the problems – he needed solutions. But he did not obtain assistance in resolving the problems. He was in favor of immediately ending the war. He needed the Chancellor’s support in this endeavor. He only needed to say: "Panic was right. Stop the war!"

In London, he had brought up proposals for peace but had not received support. Instead, the discussion of the war went on to the media. Certain media outlets, like CNN, were almost living on the war.

The Chancellor explains that the question was which preconditions the Serbian leadership had to fulfill to build peace. For instance, this was about the recognition of Bosnia-Hercegovina as an independent state and also about the question of what the Serbian leadership would do to exercise its influence over the Serbian forces in Bosnia-Hercegovina.

In this regard, the Chancellor points to reports of the systematic rape of women and girls.

PM Panic say that they could stop the war. He was American and knew democracy. He had already fought the communists as a partisan. He also knew what it meant to be a refugee. The Chancellor had to tell the Germans that success was expensive.  

The Chancellor inserts that the question was, for instance, when the expulsion campaign would end, when they would stop the operations by the Serbian-national Chetniks, and whether they bid farewell too the vision of the greater Serbian empire.

PM Panic inserts that he was against a greater Serbian empire.

The Chancellor asks whether he had success taking this position.

PM Panic replies that he was successful. He had met with Tudjman and had negotiated the exchange of prisoners of war.

The Chancellor asks about the state of the Vance-Plan and whether it would really be successful.

PM Panic replies that the Vance-Plan had been blocked. There were both peaceful and warlike forces in Bosnia-Hercegovina. Their aims could not be realized. Frontiers would disappear. The refugees had to return.

The Chancellor says that PM Panic could receive support if the process was convincing. Everyone in Belgrade had to acknowledge that there would be no help from the West, and especially from Germany, if the appropriate conditions were not met.

This was the strongest argument that the Prime Minister could use at home.

PM Panic replies that they first had to have peace. The Chancellor had to support the forces of peace. There were such forces in Belgrade. There were, of course, also forces of nationalism that he fought daily.

They had tried to remove him from office twice. Everybody knew he was in favor of peace, and he was against changes of frontiers by force.

The “ethnic cleansings” were a shame. The people needed assurances before they would return. He could not give them alone. He needed the support of all countries.

Furthermore, the hostilities have been decreasing over the last 100 days. For instance, there was no more fighting in Croatia. At the same time, he was negotiating Croatia’s recognition. He had already recognized Slovenia. He would also offer recognition to Macedonia.

He had to resolve difficult problems in Kosovo. The Chancellor could help him by asking Kosovo-Albanians to participate in the elections. If he did this, we would no longer need the military.

He himself wanted to stay in office until peace and democracy were reached. He had significant problems with Serbian nationalists in Kosovo. If the Albanians showed up at the elections, this would weaken the position of the nationalists.

The Chancellor asks about Milosevic’s position.

PM Panic says that he and Milosevic had constant disputes. He pulled out a paper with opinion polls and said that these results showed that the majority was clearly against Milosevic.

The Chancellor raises the question of whether Prime Minister Panic had had any kind of a change in the battle with Milosevic.

PM Panic replies that opinion polls clearly showed it, but he needed more support from the West. He had managed to convince Milosevic of the need for early elections. Milosevic would now regret this.

PM Panic repeats that he needed support but received none.

A democratic Yugoslavia could secure peace for the entire Balkans. He was ready to recognize everyone.  

The Chancellor says that the facts suggested that the Serbian leadership would not participate in this. For instance, would Milosevic and the Serbian military accept the result that Prime Minister Panic had just referred to based on opinion polls?

PM Panic replies that he was also the Defense Minster. The majority of the military was behind him. Everyone wanted peace.

The Chancellor replies that they would be able to have positive results fast if this was the case.

PM Panic says that it might also well be that he would not win because he did not receive enough support. Milosevic had more funds and was in control of the media. He himself was called a spy of the West.

The Chancellor explains that Prime Minister Panic had a strong argument, namely that the sanctions would be removed if the preconditions were met. He could not imagine that the Serbian people endorsed the horrific atrocities of war.

PM Panic says that he himself would perhaps not be a candidate in the elections. His approach was to try to change the composition of the parliament through support for several candidates. Currently, he was facing both radical nationalists and socialists. It would be very helpful if the Chancellor could publicly declare his willingness for support in case Panic won the elections.

The Chancellor says that the Yugoslavian issue would be on the agenda at the upcoming European Council in Edinburgh. This would be an opportunity to adopt a clear statement on the preconditions for peace. The decisive thing was for the Serbians to act within Serbia.

PM Panic says that, unfortunately, the Serbian people would only create the experience that the sanctions worsened, and he would be personally blamed. There was a widespread feeling that the entire world and the Germans were against Serbia as well. This welded people together and strengthened Milosevic.

Milosevic’s claim was that the entire world, and especially Germany, wanted war and that he was in favor of peace.

He was in a difficult situation and had to battle Milosevic without Western assistance.

The Chancellor says that it was sufficient for Prime Minister Panic to emphasize that Yugoslavia would not obtain any kind of assistance from the West if Milosevic won the elections.

PM Panic inserts that it would be better for the Chancellor to say this himself.

The Chancellor explains that the European Council in Edinburgh could perhaps be used to make this clear.

PM Panic says that one should emphasize that democracy must win. The alternative was war in all of Yugoslavia. There were 500,000 refugees in Yugoslavia. Thus, the declaration also had to include a pledge for humanitarian assistance as well.

The Chancellor points out that we were already pursuing large-scale humanitarian assistance.  

PM Panic says that he knew this very well and had already said this publicly. Moreover, his suggestion for the Chancellor was to also contact Vance, who he met with occasionally.

The Chancellor quotes from the letter from the President of the German Red Cross, pointing out that the Serbian police and paramilitary troops harassed him on his trip from Karlovac to Bihac.  

PM Panic replies that these were locations in Bosnia-Hercegovina, the mistake had been to recognize these states. In his capacity as the Prime Minister of Yugoslavia, he was not responsible for these issues. These were people from the Krajina and Serbs from Bosnia-and-Hercegovina.

In terms of the Krajina, this was a matter for Tudjman. His suggestion for the Chancellor was to tell Tudjman.

The Chancellor says that he had repeatedly laid out his positions in conversations with Tudjman. If Tudjman wanted a greater Croatia, he would lose all support.

PM Panic says that he wanted to establish an economic union throughout the entire Balkans as soon as possible.

Furthermore, everybody portrayed the Serbs as bad and the Muslims as good.

The Chancellor inserts that there was no doubt about who had started this.

PM Panic asks whether this was important. They had to build peace now. Those responsible would be punished later.

The Chancellor says that this was about the situation of the people. There were increasingly severe destructions. This would increase the costs for reconstruction.

PM Panic says that he could only agree. He understood the Chancellor’s position. At the same time, however, there were changes in the position of important European policymakers, such as Mitterrand and Felipe Gonzalez.

His plea was to obtain constructive support. For instance, it was gratifying that Germany had provided 25 rail cars for refugees. They also needed experts who would repair power plants. First and foremost, they needed international election observers who would be on-site for at least one month. Last but not least, he needed an economic plan enabling the return of the refugees.

The Chancellor says that he did not believe that the Yugoslavian refugees in Germany wanted to stay here. Their interest was to return.

PM Panic inserts that they particularly needed construction equipment, such as cement and nails.

The Chancellor says that this was not the problem. The shooting and the war had to stop. If this was the case, people would return and would also receive support.

PM Panic says that he had had a four-hour conversation with Vance and Owen yesterday. The problem was that the EC and Germany were not willing to recognize his country.

He asked the Chancellor to recognize Yugoslavia. This would give him good muscles.

The Chancellor replies that, first, Yugoslavia had to fulfill the precondition that he had mentioned.

PM Panic says that he wondered how he should build peace if he was not recognized. The Chancellor did not help him.

The Chancellor says that things were reversed. First, one needed the right kind of situation to build peace.  

PM Panic replies that there was a 75% reduction in fighting. This was due to his efforts. The roads to Gorazde and Sarajevo were now open. There was no more artillery fire in Sarajevo. This was the results of the efforts by Owen, Vance, and himself. One had to take this into account and recognize this.

Practically, the fights were limited to small areas in Bosnia and Hercegovina.

The Chancellor says that Serbs had meanwhile conquered large areas of Bosnia and Hercegovina.

PM Panic replies that the occupied areas had to be returned.

The Chancellor says that nobody would believe this.

PM Panic says that the Chancellor had to believe him. Nobody believed Jesus Christ either. He was not a nationalist and did not want to become a politician either. He wanted to help the Chancellor build peace.

The Chancellor says that this was not about peace here, but about peace in Yugoslavia. They would discuss the situation in Edinburgh. He was also excited about Mitterrand’s statement. He did not know anyone who would be in favor of abandoning the current policy.

PM Panic says that the Chancellor had to change the policy. Otherwise, there would be general war in all of Yugoslavia. He, Panic, was the only hope for peace. There was nobody else.

The Chancellor explains that nobody was opposed to the Prime Minster. However, we were confronted with Milosevic and his people. We would support everyone who was in favor of democracy, peace, and human rights in Yugoslavia. But things had so far not changed. In Edinburgh, they would clearly discuss again the entire range of possibilities that had to be met. There could not be a change in policy if there was no change in terms of substance.

Perhaps they could adopt a clear message in Edinburgh that would consider the upcoming elections. At the same time, he would also endorse Owen to present a report in Edinburgh. Thereafter, Owen could come to Belgrade and present a report on the European Council.

PM Panic says that he agreed. It would even be better if the Chancellor could say this in public today. After all, he had called for elections and this would be a good step.

The Chancellor says that this was not the problem. The problem was that most forecasts predicted Milosevic’s victory. But he was not opposed if PM Panic was planning to stand before the press and say that the Chancellor would support the lifting of the sanctions provided that Serbia fulfilled the necessary preconditions, among them the recognition of Bosnia-Hercegovina as an independent state and the normalization of relations with Bosnia-Hercegovina and Croatia.

PM Panic interjects emotionally that he could not create Bosnia-Hercegovina.

The Chancellor replies that this was about recognition.

PM Panic pulls back and says that he would do this and would say this today.

The Chancellor says that the decisive thing was that the preconditions were met. It would also have an impact of Owen could give a report about the improvement of things in Edinburgh. We were not interested in a catastrophic development. The current situation in Yugoslavia resembled a cancerous tumor.

PM Panic says he would remove the cancer for the Chancellor.

The Chancellor passes a letter from the CDU/CSU faction along to PM Panic and asks him for a response.

PM Panic says that he was in favor of peace, but they had to help him. He would like to forward the request for election observers again.

The Chancellor says that he would take care of this.

PM Panic says that it would be important if the Croatian troops could leave Bosnia-Hercegovina. This would stabilize the situation, and the Serbs had to return the occupied territories anyway.

(Dr. Hartmann)

 

[1] BArch, B 136/59736, 254-263.

Kohl and Panic review the situation in Yugoslavia and Panic's standing in the domestic struggle with Milosevic. Panic emphasizes his readiness to recognize Slovenia and Croatia reiterating that a democratic Yugoslavia could be a catalyst for peace in the entire region. Kohl remains doubtful arguing that Milosevic would not support such a policy.


Document Information

Source

BArch, B 136/59736, 254-263. Contributed, transcribed, and translated by Stephan Kieninger.

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Original Uploaded Date

2023-09-18

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Memorandum of Conversation

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Record ID

300191